Auszug aus meinem Reisetagebuch:

Samstag, 27.07.

Nach dem Frühstück bin ich ein bißchen gebummelt und habe jede Menge Fotos gemacht. Darunter auch sehr gute.

Sighişoara
Juli 2007
© 2007 Rainer Beel
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In Transsilvanien spukt heute zwar nur noch der Zeitgeist, aber es gibt Orte, die soviel Mystik ausstrahlen, dass man sich nicht wundern würde, wenn man einem leibhaftigen strigoi begegnete. Sighisoara (zu Deutsch Schäßburg) ist so ein Ort.

Gegründet wurde das Städtchen an der Kokel von Siedlern aus dem heutigen Deutschland, die später Sachsen genannt wurden. Vieles in Sighisoara erinnert noch an die Sachsen: Kirchen, in denen lutherische Messen gefeiert werden, Straßennamen und Architektur. Am Joseph-Haltrich-Gymnasium wird noch immer auf Deutsch unterrichtet. Gasthöfe heissen "Casa Wagner", "Baier Hoff" und "Haus mit dem Hirschgeweih".

© 2005 Rainer Beel Rumänisch dagegen ist die Rathauspolitik.
Seit dem Jahr 2000 ist Ioan Dorin Dăneşan Bürgermeister. Seinem Vater, dem ehemaligen kommunistischen Bürgermeistes Ioan Dăneşan, wird der Abriss eines historischen Teils der Stadt zur Last gelegt.
Wie überall auf der Welt, fällt auch in Sighisoara der Apfel nicht weit vom Stamm.

Wer offenen Auges durch die Altstadt geht, entdeckt Neubauten inmitten der Burg, des UNESCO-geschützten Altstadtensembles. Schade!

Sighisoara lebt vom Tourismus, der Landwirtschaft und zunehmend von der Industrie: Verpackungsmaterialien und Sicherheitsausrüstungen kommen aus Sighisoara. Der bekannte deutsche Lebensmittelhersteller Hochland produziert dort Schmelzkäse.

Im Laufe der Geschichte haben die Bewohner Sighisoaras unzählige Kriege, Verwüstungen und Plünderungen erlebt. Sighisoara hat den Kommunismus überstanden und wird sicherlich auch durch die chaotische Übergangszeit kommen. Die morbide Schönheit Sighisoaras wird derzeit an manchen Stellen wegsaniert. Aber noch erkennt man das alte Gesicht der Stadt - und wird davon verzaubert.

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Juli/August 2011
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